Geschlechterrollen-Test (Maskulinität und Femininität)
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Test auf Geschlechterrollen

Test zu Maskulinität und Femininität

Ist es möglich, Maskulinität und Femininität gleichermaßen in sich zu vereinen? Die meisten Menschen würden dies verneinen, und auch die wissenschaftliche Gemeinschaft dachte bis in die 1970er-Jahre so. Maskulinität und Femininität wurden als gegensätzliches Eigenschaftspaar betrachtet: Je stärker das eine ausgeprägt sei, desto schwächer das andere. Die männliche Geschlechterrolle wurde der weiblichen gegenübergestellt, und zu ihrer Beschreibung wurden einander ausschließende Definitionen verwendet.

Die Sozialpsychologin Dr. Sandra Lipsitz Bem vertrat jedoch die Ansicht, dass eine Person gleichzeitig ein hohes Maß an Maskulinität und Femininität aufweisen kann. Darüber hinaus sei diese Kombination für viele Menschen normal und definiere ihre Persönlichkeit als androgyn. Ergebnis ihrer Forschungen waren die Theorie der Geschlechtsschemata und der Geschlechterrollen-Fragebogen (Bem Sex-Role Inventory bzw. BSRI),der bis heute das am häufigsten verwendete Instrument zur Erfassung von Geschlechterrollen ist.

Der auf dieser Seite vorgestellte Test ist eine kostenlose Alternative zum kommerziellen Test von Sandra Bem. Der PT Gender-Role Interactive Test ist ein moderner Fragebogen zur Messung von Maskulinität und Femininität.

Probleme in der Theorie der Geschlechterrollen

Wie zuverlässig ist die Theorie der Geschlechterrollen? Bems Arbeit wurde scharf dafür kritisiert, dass sie kulturelle, religiöse und soziale Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern nicht berücksichtigt. Selbst innerhalb eines Landes änderten sich die Erwartungen an Geschlechterrollen zu verschiedenen Zeiten erheblich. Bems Theorie wurde für eine unzureichende Beweisbasis kritisiert. Einige meinten, die Autorin wolle der Welt lediglich ihre eigene Weltsicht aufzwingen, ohne reale Schlussfolgerungen aus umfassenden Studien zu ziehen. Dennoch haben spätere Untersuchungen Bems Theorie eher bestätigt als widerlegt.

Zweifellos haben sich Geschlechterstereotype in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert, und die Begriffe Maskulinität und Femininität sind weitaus vielschichtiger geworden. Selbstbewusstes Auftreten, Führungsqualitäten und die Fähigkeit, für die eigenen Interessen Konflikte auszutragen, lassen sich heute nicht mehr ausschließlich als maskuline Eigenschaften bezeichnen. Tests, die auf der Theorie von Sandra Bem basieren, sollten daher eher als historisches Erbe betrachtet werden; ihre Aussagekraft wird im Laufe der Zeit voraussichtlich weiter abnehmen.

Anleitung

Bitte geben Sie an, inwieweit Sie jeder der folgenden 34 Aussagen zustimmen. Beachten Sie, dass die Ergebnisse dieses Online-Tests zu Geschlechterrollen ausschließlich zu Bildungszwecken bereitgestellt werden und keinesfalls als professionelle oder ärztliche Beratung verstanden werden dürfen.

1. Es würde mir gefallen, Modedesigner zu sein
2. Ich würde Mathematikunterricht dem Poesieunterricht vorziehen
3. Ich mag es, Geschenke mit meinen Händen zu machen
4. Ich nehme nicht viele Dinge mit, wenn ich reise
5. Ich mag es, Fotos aus meinem Leben zu machen und zu teilen
6. Manchmal spiele ich Glücksspiele
7. Ich finde Astrologie und Handlesen interessant
8. Ich steige die Treppe hinauf, indem ich zwei Stufen auf einmal nehme
9. Ich liebe Blumen
10. Ich kann einen Computer reparieren

Was bedeutet „Androgynie“ in den Testergebnissen?

Androgynie ist im Kontext des Fragebogens ein psychologisches Merkmal. Es bedeutet, dass Ihre Persönlichkeit sowohl traditionell männliche (Entschlossenheit, Unabhängigkeit) als auch traditionell weibliche (Empathie, Sanftmut) Qualitäten harmonisch vereint.

Kann das Testergebnis von meinem biologischen Geschlecht abweichen?

Ja, das ist wissenschaftlich belegt. Der Test misst die psychologische Geschlechtsrolle, nicht biologische Merkmale. Ein Mann kann eine hohe Femininität aufweisen und eine Frau eine hohe Maskulinität, was die individuellen Charakterzüge widerspiegelt.

Was bedeutet der „undifferenzierte“ Typ?

Der undifferenzierte Typ bedeutet, dass weder maskuline noch feminine Züge stark ausgeprägt sind. Dies tritt häufig bei Menschen auf, die sich über Merkmale definieren, die nichts mit den traditionellen Geschlechterstereotypen der 1970er Jahre zu tun haben.

Wie hat Sandra Bem die Eigenschaften für den Test ausgewählt?

Sandra Bem befragte Hunderte von Menschen, um festzustellen, welche Eigenschaften gesellschaftlich als „wünschenswert“ für Männer und Frauen galten. Qualitäten wie „Eigenständigkeit“ wurden der maskulinen Skala und „Mitgefühl“ der femininen Skala zugeordnet.

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